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Ausbeutung der Beschäftigten bei Amazon verhindern

„Die Arbeitsbedingungen im System „Amazon Logistics“ müssen dringend verbessert und Paketbot:innen wirksam gegen Ausbeutung geschützt werden“, fordert Lena Saniye Güngör, arbeits- und gewerkschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag anlässlich der Vorstellung der Publikation „Amazons letzte Meile“ der Rosa-Luxemburg-Stiftung, in Zusammenarbeit mit dem DGB-Bildungswerk Thüringen e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen. „Europaweit muss gelten: Keine Arbeit ohne Arbeitsvertrag und Sozialversicherung und vor allem keine Scheinselbstständigkeit“, erklärt die Abgeordnete.

Gewerkschaften und Beratungsstellen wie „Faire Integration“ in Thüringen haben in den letzten Monaten einen erhöhten Beratungsbedarf der Beschäftigten verzeichnet. „Die Mitarbeiter:innen berichten nicht nur von Überschreitungen bei der Höchstarbeitszeit, sondern zudem von unzulässigen Abzügen oder Nichtzahlung des Lohns und der Sozialversicherungsbeträge. Viele von ihnen werden aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes nicht gerichtlich gegen vorenthaltende Mindestlohnansprüche vorgehen. Die Branche muss deshalb kaum Konsequenzen befürchten“, erläutert Lena Saniye Güngör mit Blick auf die Fallstudie zum Verteilzentrum Erfurt-Stotternheim.

„Um die Rechte der Arbeitnehmer:innen durchzusetzen, müssen Verstöße durch staatliche Arbeitsinspektionen kontrolliert werden. Subunternehmen von Amazon, die in verschiedenen Bundesländern ansässig sind, sollten ebenfalls Teil dieser Kontrollen sein und erfordern eine bessere Vernetzung der Arbeitsinspektionen und Kontrollinstanzen. Wir müssen in dieser Branche dringend die gewerkschaftliche Organisierung vorantreiben, um nachhaltig gute und soziale Arbeit in Thüringen zu etablieren“, so die LINKE Gewerkschaftspolitikerin.